…da bin ich doch letzthin in die Berge, genauer gesagt nach Laax, gefahren, zum Snowboarden. Noch ein wenig Winter, bevors direkt in den Sommer geht, dazu aber ein ander Mal. Das Wetter war mässig, bzw. bissig. Bissig kalt. Es hat alles gut geklappt, bis ich in der Mittelstation bemerkt habe, dass ich meinen rechten Handschuh irgendwo liegengelassen habe. Ich malte mir schon das Horrorszenario aus: ins Tal zurück, irgendwo in einem Schiki-miki-Wintersportgeschäft einen völlig überteuerten Handschuh kaufen und dann den ganzen Weg wieder nach oben – halber Tag am Arsch…so habe ich für meine erste Abfahrt versucht, meine Mütze in einen Handschuh zu verwandeln. Mit mässigem Erfolg. Nach ein paar hundert Metern hatte ich klamme Finger, hätte am liebsten losgeheult und wäre ebenso gerne wieder nach Hause gefahren. Ich fragte aber bei der Mittelstation erneut den “Gondelimann”, ob er vielleicht nicht irgendjemand meinen Handschuh gefunden hat? Nein, das nicht, aber er hatte noch einen alten Handschuh, welcher ein anderer armer Teufel Tage zuvor liegengelassen hatte. Ein rechter Handschuh!! Und erst noch in passender Grösse!!! Ich hätte ihn am liebsten geküsst, da er aber stark nach Alkohol roch, liess ich es bleiben.
Und so konnte ich mich also in das Vergnügen stürzen. Leider waren nicht alle Lifte geöffnet, bzw. ich kann nicht Schlepplift fahren, und so blieb uns nichts anderes übrig, als den ganzen Tag denselben Hügel auf und ab zu fahren. Schliesslich kannte ich jede noch so kleine Bodenunebenheit.
Um das Ganze einmal ein bisschen spannender zu gestalten, entschieden wir uns doch noch, denselben Hügel, aber auf einer schwierigeren Piste zu befahren. Den ersten “Buckel” schaffte ich noch einigermassen elegant, den zweiten schon nicht mehr, beim dritten legte ich einen fabelhaften Sturz hin, landete aber weich, wegen dem Tiefschnee. Sturz Nr. 2 war, sagen wir mal, suboptimal. Ich stürzte kopfvoran in den Schnee. Wie ein Strauss steckte ich den Kopf in den Schnee, und der Körper folgte dann irgendwie. Es knackste laut in meiner Halsgegend und zuerst dachte ich, dass mein Kopf auseinanderfällt, wenn ich meinen Helm abziehe. Aber so war’s dann doch nicht. Ohne Tiefschnee hätte das wohl böse geendet. Für den Rest des Tages, welchen wir mit vielen Aufwärmpausen unterbrachen, litt ich unter leichter Cephalea. Das Wetter wollte und wollte auch nicht besser werden, es blieb schweinekalt und neblig. Nach Hunderten von Abfahrten auf unserem “Lieblingshügel” ging’s doch langsam heimwärts. Der erneute Besuch beim “Gondelimann” war sehr erfreulich – irgendeine gute Seele hat meinen verlorenen Handschuh gefunden und abgegeben! JUHUUIIII! Und falls ich ihn dann doch einmal verlieren sollte, so habe ich jetzt einen Ersatz…
Auf dem Nachhauseweg stellte ich dann fest, dass ich irgendwann im Laufe des Tages meine Sonnebrille verloren habe. MEINE Sonnenbrille! Ich hatte wohl mein Glück doch zu sehr herausgefordert.
Am nächsten Tag dann hatte ich solche Nackenschmerzen, dass ich meinen Kopf kaum mehr bewegen konnte. Und am übernächsten Tag war’s schon wieder viel besser.
Ich habe definitiv einen harten Kopf.